Windpark Hünfeldener Wald – Gemeinsam Energiewende gestalten

Windenergie: Einer der effizientesten Wege Strom regenerativ und dezentral zu erzeugen – fernab von klimaschädlichen Treibhausgasen. Damit die Pariser Klimaschutzziele in naher Zukunft erreicht werden können, ist ein grundsätzlicher Umbau des Stromversorgungssystems in Richtung Erneuerbare Energien erforderlich.
Exemplarisch steht hierfür der Windpark Hünfeldener Wald, bei dem verschiedene Akteure gemeinsam einen Schritt in Richtung Klimaschutz gehen und die dezentrale Energiewende in einer Kommune zusammen voranbringen.

Projekthistorie – Erneuerbare Energie zusammen gedacht

2012 entschied sich die mittelhessische Gemeinde Hünfelden gemeinsam mit der regionalen Land+Forst Erneuerbare Energien GmbH, einen weiteren Beitrag in Hünfelden zur dezentralen Energiewende leisten zu wollen – und gleichzeitig die örtliche Wertschöpfung zu stärken. Die Idee eines Windparks im Landkreis Limburg-Weilburg war geboren.

 

2013 gründete das Projektteam um Bürgermeisterin Silvia Scheu-Menzer die Betreibergesellschaft „Projektierung Windpark Hünfeldener Wald GmbH“.

 

Als Energieversorger und ideologisch passende Partnerin für nachhaltige Energielösungen ergänzte die NATURSTROM AG im Jahr 2015 das bereits bestehende Projektteam.

 

Gemeinsam wurde so das Projekt auf den Weg gebracht, der Bau des Windparks vorbereitet und schließlich erfolgreich umgesetzt, sodass die Inbetriebnahme des Parks mit aktuell drei Windkraftanlagen voraussichtlich Anfang 2020 erfolgen kann.

Sobald der Windpark ans Netz gegangen ist und sich die drei Rotoren hoch über den Baumwipfeln des Hünfeldener Laubmischwaldes drehen, steht fest: Die jahrelange Anstrengungen aller Projektpartner wurden mit Inbetriebnahme und Netzanschluss endlich belohnt! Der Kreis, dessen erste Segmente in 2010 entstanden sind, hat sich geschlossen.

 

Nach 10 Jahren Schaffenszeit wurde ein kommunales Energieprojekt auf die Beine bzw. auf die Turmfüße gestellt, das sich im Bundesvergleich sehen lassen kann:

 

50 % Beteiligung der Kommune an der Projektierung, voraussichtlich 60 % Beteiligung am Betrieb (30 % Gemeinde, 30 % Bürgerbeteiligung) – ein Leuchtturmprojekt für kommunale Beteiligung und Wertschöpfung!

 

Somit könnte das Hünfeldener Modell Pate stehen für weitere (und so wichtige!!) kommunale Energieprojekte im ehemaligen Energiewende-Vorreiterstaat Deutschland.

 Fakten

3

Windräder

13.5

MW Nennleistung

238

Meter Gesamthöhe

28200

MWh pro Jahr

Meilensteine und wichtige Themen rund
um die Entstehung des Windparks

Flugsicherung

Eine mögliche Beeinträchtigung eines Richtfunknavigationssystems der Deutschen Flugsicherung (DFS) verzögerte anfangs den Projektfortschritt. Im September 2016 schließlich wurde die flugrechtliche Genehmigung erteilt mit dem Bescheid, dass durch den Bau eines Windparks im Hünfeldener Wald keine erheblichen Beeinträchtigungen des Navigationssystems zu erwarten seien.

Artenschutz

Parallel zur Klärung der flugrechtlichen Hindernisse wurden von 2011 an regelmäßig Erfassungen der Tierwelt im Hünfeldener Wald durchgeführt. Dabei haben die Gutachter ein besonderes Augenmerk auf Vögel (Schwarzstorch-Brutvorkommen), windkraftrelevante Fledermausarten (u.a. Kleinabendsegler) sowie weitere besonders geschützte Säugetiere wie die Haselmaus gelegt. Die Windparkplanung wurde sukzessive so optimiert, dass alle gesetzlichen Anforderungen an den Artenschutz erfüllt wurden.

Naturschutz

Bei der Planung des Windparks achteten die Projektpartner zudem intensiv darauf, den Eingriff in den Wald so gering wie möglich zu halten. Die Standorte der Windenergieanlagen und der Kranstellflächen wurden in enger Abstimmung mit dem zuständigen Revierleiter und dem Forstamt Weilmünster im Bereich von Windwurfflächen sowie geringerwertigen Waldbeständen geplant. Die Rodungsmengen für die drei Standortflächen liegen mit rund 400 Festmetern auf insgesamt 2,5 ha bei ungefähr einem Zwanzigstel der jährlichen Einschlagsmenge an Holz im Hünfeldener Gemeindewald. Diese Festmeterzahl entspricht in etwa der Holzmenge auf einer durchschnittlich bewaldeten ca. 1 ha großen Forstfläche. Dementsprechend wird ca. 1 ha davon nach Ende der Bauarbeiten wieder aufgeforstet.

Genehmigungsverfahren allgemein

Im Genehmigungsverfahren wurden natürlich auch alle weiteren relevanten Belange überprüft. Durch Fachgutachten, zum Beispiel zu den Themen Schattenwurf und Schall bis hin zum Denkmalschutz, konnte eindeutig dargelegt werden, dass die drei Windenergieanlagen am Standort Hünfeldener Wald genehmigungsfähig sind.

Noch bis 2017 waren im Projektgebiet im Hünfeldener Wald fünf Anlagen geplant. Die technische Weiterentwicklung der Windenergieanlagen ermöglichte schließlich die Entscheidung, statt fünf „kleinere“ Windräder drei größere und stärkere Anlagen zu bauen.

Ein wirtschaftlicher Betrieb des Windparks ist mit den drei genehmigten Anlagen gesichert, da es sich um die aktuell leistungsstärksten Anlagen für einen solchen Projektstandort handelt.

Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz

Das Regierungspräsidium Gießen hat am 10.04.2018 die Genehmigung zum Bau von 3 Windkraft anlagen erteilt.

Technische Details

Die drei Windenergieanlagen mit einer Nennleistung von jeweils 4,5 MW gehören zu den aktuell modernsten am Markt verfügbaren Anlagen. Hersteller der Anlagen ist das seit Jahrzehnten etablierte Unternehmen NORDEX. Die Anlagen haben eine Nabenhöhe von 164 Metern und eine Gesamthöhe von 238 Metern. Der prognostizierte Ertrag der drei Windenergieanlagen liegt – unter Berücksichtigung von Sicherheitsabschlägen und Abzügen unter anderem für Netzverluste und Verluste durch naturschutzrechtliche Auflagen aus der Genehmigung – bei etwa 28.200.000 kWh Strom im Jahr – das entspricht etwa dem Jahresverbrauch/Strombedarf von 7.500 durchschnittlichen Vierpersonenhaushalten.

Die neuen Anlagen tragen nicht nur zur Vermeidung klimaschädlicher CO2-Emissionen bei, sondern nutzen auch der regionalen Wirtschaft. Die Projektpartner beauftragten soweit möglich Unternehmen aus der Region mit den anstehenden Arbeiten – wie zum Beispiel für den gesamten Tiefbau für den Windpark.

Eingespeist wird der saubere Ökostrom an der Umspannanlage Oberneisen im benachbarten Rheinland-Pfalz. Die 6,7 km lange Kabeltrasse durch die Gemarkungen Heringen (Gemeinde Hünfelden) sowie Netzbach und Oberneisen (Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Hahnstätten) wurde vertraglich gesichert. Das mehrsträngige Kabel wurde im Zeitraum von Juni bis September 2019 verlegt.

Bürgerinnen und Bürger aktiv dabei

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern vor Ort

Für NATURSTROM und Partner soll die Energiewende nicht nur nachhaltig und dezentral sein, sondern auch bürgernah. Nach dieser Prämisse schaffen und schafften die Partner Möglichkeiten, die Anwohnerinnen und Anwohner einzubinden und transparent über den aktuellen Stand des Windenergievorhabens zu informieren oder über die kommenden Schritte aufzuklären.

Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort konnten sich beispielsweise am 13.November 2018 auf einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle in Dauborn über das Projekt informieren und ihre Fragen zu Windpark, Windenergie und Bauvorhaben an den Projektierer, die Betreibergesellschaft und beauftragte Gutachter stellen. Zudem konnten sich interessierte Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung an verschiedenen Themeninseln über konkrete Details zum Vorhaben informieren.

Bürgerbeteiligung beim Windpark Hünfeldener Wald

Einen Beitrag zum Klimaschutz zusammen mit den Hünfeldener Bürgerinnen und Bürgern zu leisten und die erzielte Wertschöpfung so weit wie möglich in der Gemeinde zu halten, war von Beginn an das Ziel bei der Umsetzung des Windparks im Hünfeldener Wald. Aus diesem Grund wurde die Betreibergesellschaft in Form einer sogenannten Bürgerenergiegesellschaft gegründet. Ortsansässige Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, sich finanziell in Form einer Kommanditbeteiligung am Windpark zu beteiligen.

Hierzu ist baldmöglichst eine Bürgerinformationsveranstaltung geplant. Voraussetzung für die genaue Terminierung ist die Vorlage eines so genannten „BaFin-Prospektes“, welches aktuell noch in Bearbeitung und Genehmigung durch die BaFin ist. Der genaue Termin wird hier und im Mitteilungsblatt der Gemeinde Hünfelden bekannt gegeben.

Alle an der Bürgerwindpark Hünfeldener Wald GmbH&Co.KG beteiligten Personen werden letztendlich einen starken Beitrag zum Gelingen der Energiewende leisten.

Bauablauf mit Bautagebuch

Im Folgenden die wichtigsten Planungs- und Umsetzungsschritte des Bürgerwindparks im Hünfeldener Wald in chronologischer Übersicht:

Bürgerwindpark Hünfeldener Wald Favicon

07/2009

Die gemeindlichen Gremien werden über die Ausweisung eines Vorranggebietes im Regionalplanentwurf 2009 an der Waldgrenze zum Nachbarort Ketternschwalbach (Hünstetten) informiert

Bürgerwindpark Hünfeldener Wald Favicon

10/2009

Erste Bürger-Informationsveranstaltung zum Thema „Windkraft im Hünfeldener Wald“

Bürgerwindpark Hünfeldener Wald Favicon

03/2010

Informationsfahrt für MandatsträgerInnen und BürgerInnen zu Windparks im Hunsrück

04/2010

Öffentliche Standortbesichtigung im Hünfeldener Wald mit Bus-Shuttleservice für MandatsträgerInnen und BürgerInnen

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04/2010

Aufstellungsbeschluss Flächennutzungsplan (FNP) zur Ausweisung von „Konzentrationszonen für Windenenergie“ im gesamten Gemeindegebiet

11/2010

Bürgerentscheid am 14.11.2010 mit einem Votum von 62,53 % der abgegebenen Stimmen das FNP-Verfahren zur Thema Windenergie fortzuführen

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02/2011

Erarbeitung und Vorlage einer Flächenpotentialanalyse zur Steuerung von Windenergieanlagen für das Gemeindegebiet

02/2011

Beginn der ersten tierökologische Untersuchungen

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12/2011

Vorlage eines tierökologischen Gutachtens

06/2012

Entscheidung der Gemeindevertretung mit der Land+Forst Erneuerbare Energien GmbH aus Biebertal eine Projektierungsgesellschaft zu gründen

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07/2012

Am 23.07.2012 findet bei der Oberen Naturschutzbehörde in Gießen das abschließende Abstimmungsgespräch mit Behördenvertretern und den regionalen Vertretern der maßgeblichen Umweltverbände (BUND, NABU, HGON) zu „Funktionsraumanalyse und Lenkungskonzept Schwarzstorch“ statt

02/2013

Positives Gutachten zur potentiellen Beeinträchtigung des Richtfunkfeuers der DFS in Limbach (DVOR-TAU) durch den geplanten interkommunalen Windpark Hünfelden-Panrod (Aarbergen)-Kaltenholzhausen (Hahnstätten)

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03/2013

Eintragung der „Projektierung Hünfeldener Wald GmbH“ (WHW) in das Handelsregister

03/2013

Beginn erster Windmessungen

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03/2013

Erster Genehmigungsantrag gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) bezogen auf den Belang „Flugsicherung“ (6 WEA)

05/2013

Erstes Treffen interessierter BürgerInnen auf Einladung der Gemeinde zur Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft

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06/2013

Ablehnung durch das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) für 6 WEA

03/2014

Am 14.03.14 wird der vom RP Gießen genehmigte Flächennutzungsplan zur Ausweisung von „Konzentrationszonen für Windenenergie“ durch die Genehmigungsbekanntmachung im amtl. Mitteilungsblatt in Kraft gesetzt.

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10/2014

Zweiter BImSchG-Antrag, typ-offen (5 WEA)

11/2014

2. Ablehnung durch das BAF für 5 WEA

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02/2015

Erster Kontakt mit der NATURSTROM AG

03/2016

Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der NATURSTROM AG

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09/2016

Genehmigung durch das BAF für 5 WEA nach Korrektur des Datenstandes zur Vorbelastung von Bestands-WEA im 15 km-Radius um das Richtfunkfeuer Limbach

04/2017

Gründung der Bürgerenergiegesellschaft (BEG) Bürgerwindpark GmbH&Co.KG

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05/2017

Erste Teilnahme der BEG an der bundesweiten Ausschreibung von Windstrom aus Onshore-Windenergieanlagen gemäß Erneuerbare Energien Gesetz (EEG 2017)

11/2017

Genehmigung durch das BAF für 3 höhere WEA (je 4,5 MW, Bauhöhe 238,5 m) anstelle der 5 bisherigen kleineren WEA (je 3 MW, Bauhöhe 200 m)

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12/2017

Am 28.12.17 Einreichung der aktualisierten Unterlagen und Gutachten zum BImSchG-Antrag beim RP Gießen (u.a. Artenschutz, Denkmalschutz, Benennung des neuen Anlagentypes im nicht mehr typ-offenen Verfahren und Anpassung der technischen Unterlagen an den Anlagentyp)

04/2018

Planungen und Vertragsabstimmungen zur Netzeinspeisung über eine 6,7 km lange externe Kabeltrasse durch die Gemarkungen Heringen, Netzbach und Oberneisen zur Einspeisung in die Umspannanlage der Süwag in Oberneisen

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04/2018

Am 10.04.2018 wird die BImSchG-Genehmigung für 3 WEA vom Typ NORDEX N149 4,5 MWdurch den RP Gießen erteilt.

05/2018

Am 24.05.2018 erhält die Bürgerwindpark Hünfeldener Wald GmbH&Co.KG den Zuschlag durch die Bundesnetzagentur („Einspeisevergütung“).

Bürgerwindpark Hünfeldener Wald Favicon

11/2018

Am 13.11.2018 Bürgerinfo zum Projektstand in der Mehrzweckhalle in Dauborn

10/2019

Am 12.10.2019 Baustellenbesichtigung

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